Home
Venedig
Masken, Kostüme, Verkleidungen
Der Tag einer Maske
Was Masken nicht mögen
Der Karneval aus der Sicht
... des Touristen
... des Hobbyfotografen
Fotoimpressionen
An die Masken
Links
Gästebuch
Email
Impressum und Banner





Venedig - die ersten Eindrücke

Zum ersten Mal in Vendig und das auch noch zum Karneval? Die Reizüberflutung ist vorprogrammiert! Selbst wenn man es schafft, die Menschenmassen gedanklich auszublenden, bleibt Venedig eine aussergewöhnliche Stadt, die den Reisenden mit ihren unzähligen Gässchen, Kanälen und Brücken in sich aufsaugt und verschluckt. Schnell treibt man in ihren Blutbahnen. In den Hauptschlagadern wird man vom Sog mitgerissen und kann im Vorbeifliegen noch die Hinweisschilder zu den wichtigen Plätzen wahrnehmen. Im Gewirr der feinen Nebenadern irrt man schnell und findet sich, unbedacht nach Fotomotiven suchend oder Auslagen schauend, plötzlich, wie von Geisterhand versetzt, an einem unbekannten Ort wieder.


"Hier sollte ich lang ... nein, dorthin ... oder doch besser hier?" Irgendwie mutet alles gleich an und doch wieder bei Tag und Nacht ganz anders.

Dennoch lohnt es sich, die Zeit zu nehmen, die touristischen Trampelpfade zu verlassen, einfach drauf los zu spazieren und sich absichtlich zu verirren. Gässchen, nicht breiter als eine Frauenmaske im klassischen Kostüm, erzählen Geschichten, die in keinem Reiseführer gedruckt sind. Die alten Steine und Gitter sind Zeitzeugen, die die schmerzlichen Erfahrungen dieser Stadt widerspiegeln.

Der Legende nach wurde Venedig am 25. März 421 von den vor den Hunnen flüchtenden Bewohnern des Festlandes gegründet. Auf 118 Inseln entwickelte sich die Stadt auf Millionen in den Lagunengrund getriebenen Baumstämmen. 177 Kanäle durchziehen sie heute - früher waren es noch mehr. Auf dieser Basis entstanden die Prunkpaläste und Häuser, deren Wände und Böden nur selten eine Gerade und einen rechten Winkel kennen. Die Stadt lebt - nicht nur das Treiben in ihr, sondern auch ihre Bausubstanz. Dem suchenden Auge zeigt sich das deutlich.


Mag Venedig auch ächzen und stöhnen, tut die historische Stadt das doch nur so leise, dass es lediglich ein sehr aufmerksames Touristenohr hört. Augenscheinlich hat sie ebenfalls - und das ganzjährig - ihr Kostüm angelegt und präsentiert sich dem Reisenden in voller, wenn auch oft recht schmutziger, verfallender und vernachlässigter Pracht.


Wie die Wellen des Canal Grande scheint Prunk und Altes ineinander zu verschwimmen: da detailgenau renoviert und historische Pracht wiederspiegelnd und übergangslos daneben verottet und vom Zahn der Zeit zerstört.

© Tatjana Suchovsky.
Die Texte und Fotos dürfen ohne meine schriftliche Zustimmung nicht zum kommerziellen Gebrauch, auf einer anderen kommerziellen oder privaten Website oder in einem anderen Medium verwendet werden.